
14 März 2007
09 März 2007
Die Äußerungen einiger deutscher Bischöfe während ihrer Reise ins Heilige Land haben in Israel Unmut hervorgerufen. Die Antwort des Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Lehman, war deshalb sehr wichtig. Niemand darf die Absicht haben, die Mauern der jüdischen Ghettos mit irgendeiner Einrichtung der Gegenwart zu vergleichen.
Die offizielle Klarstellung war aber darüber hinaus auch aus einem anderen Grund von Bedeutung. Richtig war in ihr das Festhalten an der unbezweifelbaren Tatsache des Leidens, welches der palästinensischen Zivilbevölkerung widerfährt.
Israel verteidigt das beanspruchte und ihm prinzipiell zugesprochene Recht, als Staat in eigenen Grenzen und im Frieden existieren zu dürfen. Die errichtete innerisraelische Mauer wird in dem Zusammenhang und in der Überzeugung ihrer Erbauer als das legitime Mittel im palästinensisch-israelischen Kräftemessen angesehen.
Nun ist es so, dass in der Tat der Anblick einer von Soldaten bewachten Umzäunung, die Existenzen trennt, erschreckend wirken kann. Eine solche Geschichte erzählt sehr eindrucksvoll der Film 'Die syrische Braut' von Eran Riklis. Und eben solches - sehr persönliches - Empfinden haben die einzelnen Vertreter der katholischen Kirche aus Deutschland in Worte gekleidet.
Eine Mauer ist, psychologisch gedeutet, immer die Manifestation von Hilflosigkeit. Wenn andere Verteidigungs- oder Sicherheitsmechanismem versagen, wird sie zum Mittel der Abgrenzung. Dass sie aber nicht nur Hilflosigkeit bedeutet, sondern ihrerseits eine solche auch verursacht, liegt auf der Hand.
Mit dem Zeitpunkt der Errichtung der überwindbaren Barriere endet die Kommunikation zwischen den Parteien. Eine Mauer ist da, um zu trennen. Sie trägt die Botschaft: 'Ich will mit dir nichts zu tun haben.' Den 'Ausgegrenzten' bleibt da nur die unechte Wahl, diese Situation zu akzeptieren, oder sie so nicht hinzunehmen.
Die politische Situation in Israel wird mit den Vokabeln 'verworren' und 'kompliziert' nur ungenügend und laienhaft beschrieben. Es ist das historische Erbe der Region, das man genau betrachten muss, um die Sachlage zu verstehen. Psychologische, oder psychologisierende Erklärungen helfen in der Sache nicht weiter. Aber sie können helfen, den Kern des gegenwärtigen Stillstands herauszuschälen.
Wenn zwei das Gleiche wollen und keiner von Beiden bereit ist zu teilen, gibt es keine andere Lösung als Trennung oder Kampf. Tertium nun datur, bei der bestehenden Konstellation und den politischen Ansprüchen gibt es keinen dritten Weg.
Wird die Anordnung aber ein wenig verändert, ergibt sich vielleicht ein Ausweg, denn sobald man nach den Gründen des Unfriedens im Heiligen Land fragt, kommt man nicht umhin, sie in der religiösen Auslegung der jeweils geglaubten Offenbarung zu suchen.
Das, was die Sachlage so schwierig macht, deutet zugleich auf die einzige Lösung hin. Die Religionen können in diesem Fall etwas leisten, was die Politik nicht imstande ist zu erreichen. Dafür müssen sie sich allerdings an den eigenen Ansprüchen messen lassen.
Im Psalm 18 heißt es dazu sinngemäß: mit meinem Gott kann ich über die Mauer springen…
(Ps. 18, 30)
Die offizielle Klarstellung war aber darüber hinaus auch aus einem anderen Grund von Bedeutung. Richtig war in ihr das Festhalten an der unbezweifelbaren Tatsache des Leidens, welches der palästinensischen Zivilbevölkerung widerfährt.
Israel verteidigt das beanspruchte und ihm prinzipiell zugesprochene Recht, als Staat in eigenen Grenzen und im Frieden existieren zu dürfen. Die errichtete innerisraelische Mauer wird in dem Zusammenhang und in der Überzeugung ihrer Erbauer als das legitime Mittel im palästinensisch-israelischen Kräftemessen angesehen.
Nun ist es so, dass in der Tat der Anblick einer von Soldaten bewachten Umzäunung, die Existenzen trennt, erschreckend wirken kann. Eine solche Geschichte erzählt sehr eindrucksvoll der Film 'Die syrische Braut' von Eran Riklis. Und eben solches - sehr persönliches - Empfinden haben die einzelnen Vertreter der katholischen Kirche aus Deutschland in Worte gekleidet.
Eine Mauer ist, psychologisch gedeutet, immer die Manifestation von Hilflosigkeit. Wenn andere Verteidigungs- oder Sicherheitsmechanismem versagen, wird sie zum Mittel der Abgrenzung. Dass sie aber nicht nur Hilflosigkeit bedeutet, sondern ihrerseits eine solche auch verursacht, liegt auf der Hand.
Mit dem Zeitpunkt der Errichtung der überwindbaren Barriere endet die Kommunikation zwischen den Parteien. Eine Mauer ist da, um zu trennen. Sie trägt die Botschaft: 'Ich will mit dir nichts zu tun haben.' Den 'Ausgegrenzten' bleibt da nur die unechte Wahl, diese Situation zu akzeptieren, oder sie so nicht hinzunehmen.
Die politische Situation in Israel wird mit den Vokabeln 'verworren' und 'kompliziert' nur ungenügend und laienhaft beschrieben. Es ist das historische Erbe der Region, das man genau betrachten muss, um die Sachlage zu verstehen. Psychologische, oder psychologisierende Erklärungen helfen in der Sache nicht weiter. Aber sie können helfen, den Kern des gegenwärtigen Stillstands herauszuschälen.
Wenn zwei das Gleiche wollen und keiner von Beiden bereit ist zu teilen, gibt es keine andere Lösung als Trennung oder Kampf. Tertium nun datur, bei der bestehenden Konstellation und den politischen Ansprüchen gibt es keinen dritten Weg.
Wird die Anordnung aber ein wenig verändert, ergibt sich vielleicht ein Ausweg, denn sobald man nach den Gründen des Unfriedens im Heiligen Land fragt, kommt man nicht umhin, sie in der religiösen Auslegung der jeweils geglaubten Offenbarung zu suchen.
Das, was die Sachlage so schwierig macht, deutet zugleich auf die einzige Lösung hin. Die Religionen können in diesem Fall etwas leisten, was die Politik nicht imstande ist zu erreichen. Dafür müssen sie sich allerdings an den eigenen Ansprüchen messen lassen.
Im Psalm 18 heißt es dazu sinngemäß: mit meinem Gott kann ich über die Mauer springen…
(Ps. 18, 30)
26 Februar 2007
Christliche Motive bewegen noch?
Neulich gesehen... dieses eingefügte Bild am linken Rand verstehen wohl nicht nur Katholiken? Woher sich diese Anspielung speist, dürfte auch jeder noch so durchschnittlicher Kunstkenner erkennen können.
Verwunderlich ist trotzdem. Dass die Werbemacher religiöse Motive einsetzen hatte ich in der Weihnachtszeit beobachtet und häufig thematisiert. Ich dachte aber eigentlich, das wird auf jene Jahreszeit beschränkt bleiben. Und nun das: für einen Krimi wird ein Foto inszeniert, das sich typologisch unzweideutig auf Maria und das Jesus-Kind beziehen läßt.
Soll das uns Christen nun freuen? Oder sollten wir ob der vollendeten Säkularisierung verzweifeln?
Es sollte uns zunächst mal klar werden, dass die Erkennbarkeit der religiösen Symbolik in der Bevölkerung offensichtlich (!) noch nicht verschwunden ist. Jedoch sollten wir uns ihr Reichtum nicht einfach für Themen wie "Mutterherz schlägt Täterfaust" wegnehmen lassen.
Wenn angenommen werden kann, dass sich Menschen durch die Darstellung der liebenden Ur-Beziehung einer Mutter zu ihrem Kind, für einen Krimi gewinnen lassen, warum sollten dann auch wir nicht annehmen, dass sich mit diesem und noch vielen anderen christlichen Motiven auf die Wahrheit hinweisen läßt, die in ihnen ausgedrückt wird?
07 Februar 2007
Die Doktoren mit den roten Nasen
29 Januar 2007
Integration und Auschwitz, 2002

Wie seltsam anmutend ist das um die Jahreszeit noch frisch wirkende Grass in dieser Vertiefung…
Daneben eine Informationstafel und ein Bild: „Häftlinge beim Ausheben eines Entwässerungsgrabens, 1943“.
Zwischen damals und heute liegen 59 Jahre. Auf der sich verschiebenden Zeitachse blieb nun als Erinnerung dieser Eindruck in der Erdoberfläche. Der Graben, an dem HEUTE die Natur ihre Herrschaft wiedererlangte, ist GESTERN entstanden. Er zeugt vom Bruchteil der Lebens- und Leidensgeschichte bestimmter, real existierenden Menschen. Auf der vergrößerten Fotografie daneben sind ihre Gesichter und die ihrer Bewacher nur undeutlich zu erkennen.
Nicht weit von hier entfernt erledigen einige Arbeiter die nötigen Restaurierungsarbeiten. Selten nur, und absolut ganz selten auf solch eindrückliche Weise, wird die Gegenwart von der Vergangenheit berührt.
Das lateinische Wort integrare bedeutet wiederaufnehmen. Dabei kann in dieser Bedeutung ein Krieg aber auch ein Gesang wieder aufgenommen werden; eine andere Bedeutung dieses Wortes ist: etwas geistig auffrischen.
Der übrig gebliebene Graben – vom Todestor aus gesehen rechts gelegen, unweit der ersten Baracken – macht an diesem heute so stillen Ort beide Bedeutungen möglich. Und vielleicht genau in dem Grün des damals ausgehobenen Hohlraums, des winzigen Ausschnitts der Tötungsmaschinerie finde ich ein Deutungshinweis: eine stumme und doch wahrnehmbare Botschaft.
Verstehen und aussprechen kann sie allerdings nur der Mensch. Nur er, das einzige sprechende Lebewesen kann bewirken, dass die Menschheit auf ihrem Weg die Orientierung nicht verliert, auf dem Weg, der sie von der Vergangenheit über die Gegenwart in die Zukunft führt.
Oswiecim/Auschwitz Oktober 2002
25 Januar 2007
Ps 113 2
23 Januar 2007
08 Januar 2007
tram
Mit ihrer rechten Hand umfasste sie fest den Griff auf der linken Seite des Sitzes, mit ihrer linken hielt sie sich an ihrer Handtasche fest. Die Straßenbahn fuhr schnell im unebenen Gleisbett und die Fahrgäste schaukelten und schunkelten unfreiwillig hin und her im immer gleichen Takt, zur summenden Melodie der Elektromotoren.
Neben ihr saß ein Mann, ihr Mann, beide in graumelierten Mänteln der Hochbetagten. Tiefe Furchen gezeichneter Gesichter, wie die Skizze einer Landkarte, die Lebenswege in dauerhafter Erinnerung festhielt und die Augen, die starr aus dem Fenster auf die vorbeiziehenden Ausschnitte der Stadtlandschaft schauten, ohne sie zu sehen.
Manchmal ein Wort aus ihrem Mund, vor sich hin gesprochen, und doch für sein Ohr bestimmt, dann wieder Schweigen. Er verstand sie gut, eine Antwort war in seinem Schweigen, das sie verstand.
Man hat das Paar nicht beachtet, es gibt so viele davon: Leben, die paarweise das Leben durchwandern, schwer beladen mit unsichtbarer, hundertjähriger Erinnerung an Großeltern, Eltern, Kinder, Enkel...
Und im Mittel- und Schnittpunkt sie beide.
An der Haltestelle, an der niemand aussteigen wollte, verließen sie die Bahn und verschwanden im Dunkel des winterlichen Abends.
Neben ihr saß ein Mann, ihr Mann, beide in graumelierten Mänteln der Hochbetagten. Tiefe Furchen gezeichneter Gesichter, wie die Skizze einer Landkarte, die Lebenswege in dauerhafter Erinnerung festhielt und die Augen, die starr aus dem Fenster auf die vorbeiziehenden Ausschnitte der Stadtlandschaft schauten, ohne sie zu sehen.
Manchmal ein Wort aus ihrem Mund, vor sich hin gesprochen, und doch für sein Ohr bestimmt, dann wieder Schweigen. Er verstand sie gut, eine Antwort war in seinem Schweigen, das sie verstand.
Man hat das Paar nicht beachtet, es gibt so viele davon: Leben, die paarweise das Leben durchwandern, schwer beladen mit unsichtbarer, hundertjähriger Erinnerung an Großeltern, Eltern, Kinder, Enkel...
Und im Mittel- und Schnittpunkt sie beide.
An der Haltestelle, an der niemand aussteigen wollte, verließen sie die Bahn und verschwanden im Dunkel des winterlichen Abends.
02 Januar 2007
Sonne der Gerechtigkeit
Gegen Ende des Jahres 2006 hat uns die Nachricht von der Hinrichtung eines ehemaligen (in der 1. Welt auch als Diktator bezeichneten) Staatschefs erreicht. Die Aufnahmen, die die letzten Minuten seines Lebens festhalten, sind nun in der ganzen Welt bekannt.
Nur eine kurze Zeit später hat sich ein anderer, gegenwärtig noch amtierender Staatschef (auch als der führende Vertreter des so genannten Bushismus identifizierbar) zu der - noch vor Sonnenaufgang durchgeführten Exekution - geäußert. Er hat in der erfolgten Tat (der so genannten Urteilsvollstreckung) einen Meilenstein auf dem Weg des demokratischen Aufbaus des Landes gesichtet.
In der Vorstellungswelt dieses Staatschefs wurde wohl an jenem Zeit-Punkt das Volk, das früher von dem nun hingerichteten Staatschef regiert wurde und solange im Dunkeln wandelte, von den Strahlen der Sonne der Gerechtigkeit erleuchtet.
Diese zwei geschichtlichen, also realen Ereignisse, die Hinrichtung und ihre verbale Interpretation, haben zu einer Zeit stattgefunden, in der die christliche Welt Weihnachten feiert. Die Christen begehen da aber nichts anderes als die Geburt von Jesus, der von ihnen auch Kyrios oder Herr genannt wird, was inhaltlich durchaus mehr als Staatschef bedeutet und mit der Bezeichnung Herrscher ziemlich genau den Anspruch des neugeborenen Knaben beschreibt. Zugleich gilt er ihnen als die „wahre Sonne der Gerechtigkeit“ (Mal 3,20).
Die Feiern der Geburt von Jesus werden im Monat Dezember um die Wintersonnenwende begangen. Die Tage werden von da nun wieder langsam länger, die Sonne gewinnt die Oberhand und vertreibt allmählich die Dunkelheit. Interessant ist in dem Zusammenhang die Hypothese, das Fest der Geburt Christi, hätte das heidnische Fest des „sol invictus“, des unbesiegten Sonnengottes verdrängt, das in der antiken römischen Welt am selben Tag, dem 25. Dezember, begangen wurde.
Ich möchte an dieser Stelle zwar nicht für die Wahrheit der These eintreten, finde aber den Inhalt einer solchen Interpretation absolut wahr. In Lichte dieser Interpretation erscheinen beide beschriebenen Ereignisse für Christen nicht hinnehmbar. Das Neugeborene (auch als das inkarnierte Wort Gottes bekannt) kam nicht in die Welt, um zu töten, sondern um alle Menschen am Leben zu erhalten, ja um ihnen ein neues Leben zu schenken.
Das Leben ist und bleibt die größte Gabe und dessen irdische Dimension das Symbol des ewigen Lebens. Niemals darf das Töten (oder anders gesprochen: das Weg-Nehmen) von Menschenleben den Beginn einer besseren Zukunft markieren, oder als das Aufscheinen der Sonne der Gerechtigkeit gesehen werden.
Die wahre Sonne der Gerechtigkeit erleuchtet, wärmt, gibt und schützt das Leben. Die christliche Lösung ist nicht das Töten, sondern die Sühne. Sie ist der christliche Weg (und Ausweg zugleich).
Nur eine kurze Zeit später hat sich ein anderer, gegenwärtig noch amtierender Staatschef (auch als der führende Vertreter des so genannten Bushismus identifizierbar) zu der - noch vor Sonnenaufgang durchgeführten Exekution - geäußert. Er hat in der erfolgten Tat (der so genannten Urteilsvollstreckung) einen Meilenstein auf dem Weg des demokratischen Aufbaus des Landes gesichtet.
In der Vorstellungswelt dieses Staatschefs wurde wohl an jenem Zeit-Punkt das Volk, das früher von dem nun hingerichteten Staatschef regiert wurde und solange im Dunkeln wandelte, von den Strahlen der Sonne der Gerechtigkeit erleuchtet.
Diese zwei geschichtlichen, also realen Ereignisse, die Hinrichtung und ihre verbale Interpretation, haben zu einer Zeit stattgefunden, in der die christliche Welt Weihnachten feiert. Die Christen begehen da aber nichts anderes als die Geburt von Jesus, der von ihnen auch Kyrios oder Herr genannt wird, was inhaltlich durchaus mehr als Staatschef bedeutet und mit der Bezeichnung Herrscher ziemlich genau den Anspruch des neugeborenen Knaben beschreibt. Zugleich gilt er ihnen als die „wahre Sonne der Gerechtigkeit“ (Mal 3,20).
Die Feiern der Geburt von Jesus werden im Monat Dezember um die Wintersonnenwende begangen. Die Tage werden von da nun wieder langsam länger, die Sonne gewinnt die Oberhand und vertreibt allmählich die Dunkelheit. Interessant ist in dem Zusammenhang die Hypothese, das Fest der Geburt Christi, hätte das heidnische Fest des „sol invictus“, des unbesiegten Sonnengottes verdrängt, das in der antiken römischen Welt am selben Tag, dem 25. Dezember, begangen wurde.
Ich möchte an dieser Stelle zwar nicht für die Wahrheit der These eintreten, finde aber den Inhalt einer solchen Interpretation absolut wahr. In Lichte dieser Interpretation erscheinen beide beschriebenen Ereignisse für Christen nicht hinnehmbar. Das Neugeborene (auch als das inkarnierte Wort Gottes bekannt) kam nicht in die Welt, um zu töten, sondern um alle Menschen am Leben zu erhalten, ja um ihnen ein neues Leben zu schenken.
Das Leben ist und bleibt die größte Gabe und dessen irdische Dimension das Symbol des ewigen Lebens. Niemals darf das Töten (oder anders gesprochen: das Weg-Nehmen) von Menschenleben den Beginn einer besseren Zukunft markieren, oder als das Aufscheinen der Sonne der Gerechtigkeit gesehen werden.
Die wahre Sonne der Gerechtigkeit erleuchtet, wärmt, gibt und schützt das Leben. Die christliche Lösung ist nicht das Töten, sondern die Sühne. Sie ist der christliche Weg (und Ausweg zugleich).
24 Dezember 2006
emmanu 'el
Heute bei einem Gottesdienst mit Krippenspiel gewesen, bei dem die Frohe Botschaft, die einst über den Hirtenfeldern um Bethlehem ertönte, nach allen Regeln der gemeindepastoralen Un-Kunst ausgeschlachtet wurde.
Dass die Gute Nachricht trotzdem glaubhaft erklang, war vor allem der bekannten Begabung der Kinder zur Schauspielkunst zu verdanken, mit der sie die Kernaussagen des Weihnachtsfestes ungezwungen und wie Selbstverständlichkeiten präsentierten.
Hinter dem Tun der jüngsten Gemeindemitglieder konnte man unschwer das Bemühen der Erwachsenen erkennen, an der überlieferten Wahrheit festhalten zu wollen. Das Weiterführen der religiösen Tradition, ja sogar ihr Wachsen selbst, kann man wohl in der modernen Welt nur selten mit eigenen Augen und auf eine ähnlich eindrucksvolle Weise beobachten.
Die meisten gottesdienstlichen Texte, von Erwachsenen vorgetragen, wurden allerdings sehr lieblos behandelt und unter ihrem wahren Wert verkündet. Vieles (die Musik, das „fröhliche“ Singen, die Gesten und die Körperhaltung) galt dem Äußeren, das Verborgene blieb verborgen; gefeiert wurde die Tradition und die weihnachtliche Stimmung.
Die Perlen blieben aber trotz allem, was sie waren, heute noch sind und immer sein werden: Perlen. Die Leuchtkraft der Sätze wie:
Dass die Gute Nachricht trotzdem glaubhaft erklang, war vor allem der bekannten Begabung der Kinder zur Schauspielkunst zu verdanken, mit der sie die Kernaussagen des Weihnachtsfestes ungezwungen und wie Selbstverständlichkeiten präsentierten.
Hinter dem Tun der jüngsten Gemeindemitglieder konnte man unschwer das Bemühen der Erwachsenen erkennen, an der überlieferten Wahrheit festhalten zu wollen. Das Weiterführen der religiösen Tradition, ja sogar ihr Wachsen selbst, kann man wohl in der modernen Welt nur selten mit eigenen Augen und auf eine ähnlich eindrucksvolle Weise beobachten.
Die meisten gottesdienstlichen Texte, von Erwachsenen vorgetragen, wurden allerdings sehr lieblos behandelt und unter ihrem wahren Wert verkündet. Vieles (die Musik, das „fröhliche“ Singen, die Gesten und die Körperhaltung) galt dem Äußeren, das Verborgene blieb verborgen; gefeiert wurde die Tradition und die weihnachtliche Stimmung.
Die Perlen blieben aber trotz allem, was sie waren, heute noch sind und immer sein werden: Perlen. Die Leuchtkraft der Sätze wie:
„In jenen Tagen erließ Kaiser Augustus den Befehl...“
oder
„... Und sie gebar ihren Sohn, den Erstgeborenen. Sie wickelte ihn in Windeln und legte ihn in eine Krippe, weil in der Herberge kein Platz für sie war...''
ließ sich auch durch noch so grobe, menschliche Unzulänglichkeit nicht mindern und schon gar nicht verdecken.
Wir alle sind nur mittelmäßige Arbeiter im Weinberg des Herrn (man könnte uns auch synonym als Sünder bezeichnen) und es ist gut, dass wir uns heute vergegenwärtigen dürfen:
„uns ist der Retter geboren, er ist der Messias, der Herr„ (Lk, 2,11).
21 Dezember 2006
Dank
"..Manche Blogs im WWW sind für den einen oder anderen User schon genau so zur Pflichtlektüre geworden, wie die Tageszeitung. Was manche Blogger da zum Besten geben, kann sich durchaus mit der flinken und spitzen Feder eines Spiegel-, Bild- oder FAZ-Reporters messen aber mit dem Unterschied, dass die Blogger und Logger nicht für Geld, sondern für sich und andere schreiben. Jeder ist sein eigener Chefredakteur und bestimmt damit das Geschehen auf seiner Seite..."
Vielen Dank für die freundliche Erwähnung.
Vielen Dank für die freundliche Erwähnung.
Stimmung und Sehnsucht
Ich war heute wieder mal der Antwort auf der Spur, warum wir die Adventszeit zu einer ''Weihnachtszeit'' umgestaltet und überhaupt zu dem gemacht haben, was sie heute ist.
Naldo, der brasilianische Spieler von Werder Bremen, sagte indirekt zu diesem Thema (sinngemäß und der FAZ vom 19.12 zufolge), dass er die "Weihnachtszeit" in Deutschland wegen ihrer besonderen Stimmung schätzt, die so oder in ähnlicher Weise in seiner Heimat, unter anderem wegen der sommerlichen Temperaturen, nicht aufkommen will.
Damit hat mir der Fußballer mit einem Paß aus der Tiefe des Raumes das Stichwort serviert, das ich hier gerne aufgreife: ''Stimmung''. Es ist wohl so, dass wir an der "Weihnachtszeit" am meisten ihre einmalige Stimmung genießen.
Beim Spaziergang am Abend sah ich tatsächlich einige geschmückte Fenster mehr als noch am Vortag. Die Lichterketten in weiß, rot, grün oder blau, auch von Türrahmen oder sogar von Bäumen und Sträuchern getragen, strahlten eine angenehme Wärme aus.
Der Kontrast zwischen einerseits der immer mehr erkaltenden Ebene der zwischenmenschlichen Beziehungen und anderseits dem Versprechen, die ersehnte Wärme und Geborgenheit in der familiären Umgebung zu finden, könnte kaum besser symbolisiert werden, als durch diese Wärme, mit der die beleuchteten Fenstern erstrahlen.
Durch ihr bloßes Leuchten widersetzten sie sich der Dunkelheit. Wie eine hoffnungsvolle Zusage ergoß sich aus den hellen Vierecken das Licht, als könnte es nicht nur Nacht, sondern auch die winterlichen Temperaturen besiegen.
Die Menschen feiern die Geburt des Königs des Lichts nicht mehr, aber sie tragen in sich noch immer die Sehnsucht nach Wärme, Geborgenheit und Liebe.
Naldo, der brasilianische Spieler von Werder Bremen, sagte indirekt zu diesem Thema (sinngemäß und der FAZ vom 19.12 zufolge), dass er die "Weihnachtszeit" in Deutschland wegen ihrer besonderen Stimmung schätzt, die so oder in ähnlicher Weise in seiner Heimat, unter anderem wegen der sommerlichen Temperaturen, nicht aufkommen will.
Damit hat mir der Fußballer mit einem Paß aus der Tiefe des Raumes das Stichwort serviert, das ich hier gerne aufgreife: ''Stimmung''. Es ist wohl so, dass wir an der "Weihnachtszeit" am meisten ihre einmalige Stimmung genießen.
Beim Spaziergang am Abend sah ich tatsächlich einige geschmückte Fenster mehr als noch am Vortag. Die Lichterketten in weiß, rot, grün oder blau, auch von Türrahmen oder sogar von Bäumen und Sträuchern getragen, strahlten eine angenehme Wärme aus.
Der Kontrast zwischen einerseits der immer mehr erkaltenden Ebene der zwischenmenschlichen Beziehungen und anderseits dem Versprechen, die ersehnte Wärme und Geborgenheit in der familiären Umgebung zu finden, könnte kaum besser symbolisiert werden, als durch diese Wärme, mit der die beleuchteten Fenstern erstrahlen.
Durch ihr bloßes Leuchten widersetzten sie sich der Dunkelheit. Wie eine hoffnungsvolle Zusage ergoß sich aus den hellen Vierecken das Licht, als könnte es nicht nur Nacht, sondern auch die winterlichen Temperaturen besiegen.
Die Menschen feiern die Geburt des Königs des Lichts nicht mehr, aber sie tragen in sich noch immer die Sehnsucht nach Wärme, Geborgenheit und Liebe.
18 Dezember 2006
Invasion der Sprachlosigkeit
Seit einigen Wochen lassen sich an unzähligen Häusern (und dort an den klassischen Arbeitsplätzen der Einbrecher, wie Fenster, Balkone, Terrassen, Gartenzäune, ja sogar Häuserwände) rotgekleidete Männlein beobachten, die mit einer unheimlichen Ausdauer und mit oft außergewöhnlichen Bewegungsfähigkeiten ihres Skelettsystems versuchen, die genannten Hindernisse zu bewältigen, um ins Innere der Wohnung zu gelangen.Wozu aber tun sie das? frag ich. Natürlich nicht die - so genannten - Weihnachtsmänner sondern die Menschen.
Diese wunderliche Körperhaltung, die ihnen von Menschen verliehen wird, ist natürlich das wohl letzte Überbleibsel (lat.: reliquiae) der Legende vom Heiligen Nikolaus, der, um seinem verarmten Nachbarn und dessen drei Töchtern zu helfen, sich drei Mal an das Fenster des Hauses herangeschlichen und einen Goldklumpen hineingeworfen hatte.
Ich finde es erstaunlich, dass Menschen hier eine Zeichensprache verwenden, deren Bedeutung ihnen nicht mehr ganz geläufig ist und die sie aus irgendeinem, mir unerklärlichen Grund, dennoch benutzen wollen. Sie wollen in der Vor-Weihnachtszeit nicht schweigen.
In ihrer Sprachlosigkeit stottern sie aber Begriffe und stolpern über Zeichen, weil sie ihre unterschiedlichen Bedeutungen und Inhalte miteinander vermengt haben.

Manchmal setzen sie sogar so viele Zeichen, dass sich dem Betrachter der Gedanke an eine abgewandelte Form der Reliquienverehrung wie von selbst aufzwängt.
08 Dezember 2006
Denk-Aufgabe
Seit Anfang Dezember mache ich mir Gedanken über die Einstellung des Menschen der Gegenwart zur Weihnachtszeit (genauer gesagt: zur Vor-Weihnachtszeit oder noch genauer: zur Adventszeit).Die abgelichtete Einladung habe ich heute in meiner Stadt gefunden. Dass gerade diese Zeit des Jahres eine besondere Wirkung auf die Menschen unseres Kulturkreises ausübt, ist nicht zu bestreiten. Andernfalls würden die weihnachtlichen Motive für die Werbemacher, die über sehr feine Techniken zur Entdeckung und Bestimmung unserer aktuellen Bedürfnisse verfügen, kaum von Interesse sein. An den Schnittstellen zwischen menschlichem Wollen und Haben setzten sie dann Mechanismen ein, die zum Ziel die Potenzierung des Konsums haben.
Der Dilettantismus ihrer (ich will das gar nicht in Zweifel ziehen: sicherlich anstrengenden) Arbeit wird aber in Entwürfen, wie diesem deutlich. Die verwendeten Motive wurden - meiner Meinung nach - hier zu einem sehr unbestimmten "Klumpen" zusammengesetzt.
Was sehen wir? Auf der gelb-schwarzen Tafel, die einer Baustelleninformation gleicht, können wir die Substantive Geschenk, Himmel, und das Verb Kommen lesen. Sie wird von einer lächelnden Frau im weiß-roten Kleid und mit blonden Haaren gehalten.
Alle einzelnen Elemente des Bildes, bzw. die Assoziationen, die sie hervorrufen (wie: Engel, Himmel, Schenken, Beschenkt-Werden, Freude-Haben, In-den-Himmel-Kommen, usw.), haben zwar alle etwas mit Weihnachten zu tun, aber - so meine ich - nur unter bestimmten Bedingungen etwas gemeinsam und schon gar nichts mit der eigentlichen Adventszeit zu tun.
Die Idee und ihre Gestaltung gibt uns hingegen eine hervorragende Möglichkeit, Schlüsse zum Verständnis von Advent, die der Mensch von heute hat, zu ziehen. Sicherlich: manch einer wird sich angesprochen fühlen und darauf kommt es ja bei der Werbung schließlich an. Doch beim genauen Hinsehen wird die Erbärmlichkeit der entstandenen Mixtur mehr als deutlich. Die drei hauptsächlich gebrauchten Motive (Himmel, Engel, Kommen) werden hier ihrer eigentlichen Bedeutung beraubt und pervertiert.
Ich möchte meine Blog-Leser zu einem Spiel um die Deutung dieses aus Pappe angefertigten Werks einladen. Was sagen die gebrauchten Motive über das heutige Verständnis der Vor-Weihnachtszeit aus?
...
Habe in letzter Zeit nichts geschrieben,
weil ich fast ununterbrochen gearbeitet habe.
Dabei habe ich mal wieder die Erfahrung gemacht, dass man nach acht Stunden im Dienst froh ist, einfach nichts tun zu müssen...
Tja "panem et circenses"... ich fange an, BIDL-Leser und RLT 2-Zuschauer zu verstehen
Aber ich bleibe "am Ball" und werde am Wochenende meine Gedanken sortieren
weil ich fast ununterbrochen gearbeitet habe.
Dabei habe ich mal wieder die Erfahrung gemacht, dass man nach acht Stunden im Dienst froh ist, einfach nichts tun zu müssen...
Tja "panem et circenses"... ich fange an, BIDL-Leser und RLT 2-Zuschauer zu verstehen
Aber ich bleibe "am Ball" und werde am Wochenende meine Gedanken sortieren
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