07 April 2007

Christus ist auferstanden!

Zu den wunderbarsten Bildern, die diesen freudigen Ruf untermalen, gehört das Osterfeuer. Die Feier der Osternacht beginnt die katholische Kirche am Osterfeuer. Seit einigen Jahrzehnten wird es auch in vielen evangelischen Gemeinden vor Beginn der Auferstehungsfeier entfacht.

Die Menschen hatten schon immer eine besondere Beziehung zum Feuer, diesem Urelement, dessen Licht die Dunkelheit vertrieb und ihnen Wärme gab: es galt ihnen als heilig. Prometheus habe das Feuer den Göttern gestohlen und den Menschen geschenkt. In Rom wachten Priesterinnen darüber, dass das ewige Feuer im Tempel der Vesta niemals ausging.

Für die germanischen Stämme war das Feuer der Abglanz der Sonne und ein Teil ihres Sonnenkultes. Die Christianisierung Europas im Reich des Karl des Großen bewirkte, daß die Bedeutung ihres heidnischen Frühlingsfestes auf Christus übertragen wurde: wie die Sonne den Winter besiegte, so ging Christus als Sieger aus dem Kampf mit dem Tod hervor. Diese einzigartige Verschmelzung beider Traditionen kann man noch heute eindrucksvoll in der Stadt Lügde (Ostwestfallen) oder in Günsterode (Nordhessen) erleben, wo jährlich ein Osterfeuerräderlauf veranstaltet wird.

Die am Osterfeuer entzündete Osterkerze gibt ihre warme und helle Flamme weiter. Sie wird angenommen und von Christ zu Christ weitergereicht. Christus ist das Licht der Welt: hört und wiederholt die Gemeinde. Der auferstandene Herr hat nicht nur das Leben de Christen verändert. In der Dunkelheit der seelisch, psychisch oder leiblich erlebten Nächte entzündet, leuchtet das Osterfeuer der sich erbarmenden Liebe Gottes als Hoffnung für die Welt.

27 März 2007

Der Frühling als Schöpfungslehre


Die ausgelassene Freude am weißen Winter wurde den meisten unserer Kinder in diesem Jahr versagt. Die Erinnerung, jener Schatz, den wir immer bei uns tragen und den wir je älter wir werden, um so häufiger öffnen, wird dadurch um einige Perlen ärmer.

Wie wunderbar eine Schneeballschlacht auf dem Schulhof sein kann, weiß jeder Junge, der schon einmal mit dem gekonnt geworfenen Schneeball die angebetete Dame seines Herzens getroffen hat, um dann lachend und mit nicht zuvor gekanntem Glücksgefühl in der Brust davon zu rennen.

Solche Erinnerungen sind bleibend und bleibende Erinnerungen prägen.

Und nun der Frühling. Jene Zeit also, die mit dem Erwachen der schönsten Gefühle in Verbindung gebracht wird. Gemeint ist hier aber nicht allein das Verliebt-Sein, obgleich es als Erstes mit Frühlingsgefühlen assoziiert wird. Es geht vielmehr um das primäre und grundsätzliche Wahrnehmen und Empfinden an sich, um – sozusagen – die Voraussetzungen, die eine Erfahrung dermaßen erlebbar machen, dass sie zur prägenden Erinnerung wird.

Die Sensibilität unserer Sinne wird im Frühling sehr intensiv erfahren und geprägt: wenn die Sonne die Haut streichelt und wärmt, wenn das laute Zwitschern der Vögel die Menschen auf dem Weg zur Schule, oder in die Arbeit begleitet, und erst recht dann, wenn der unverwechselbare Duft, der zum Leben erwachenden und neu erblühenden Natur, das Herz größer werden lässt.

Unser christliches Selbstverständnis macht uns zu Geschöpfen. Ebenso verstehen wir die Natur als die Schöpfung Gottes. Beides steht damit miteinander in Verbindung. Die Welt der Erfahrungen ist die Welt um uns herum und wir mitten drin.

Ich denke, dass wir an diesem Punkt leichter erkennen können, in welch bedeutender Verbindung zur Natur wir stehen und dass wir berechtigter Weise Gründe haben, dankbar zu sein.

In der Schöpfung erkennen wir so etwas wie einen Gehstock, der uns ermöglicht, eines immer sichereren Schrittes die Welt zu durchschreiten. Die Natur als geschenkte Gabe hilft, unser Selbst besser zu erkennen und die Sensibilität der Welt und den Menschen gegenüber zu verfeinern.

19 März 2007

Evangelische Kirche im Wandel


Dass sich die Evangelische Kirche in Deutschland in der nicht allzu fernen Zukunft verändern wird, sollte auch uns Katholiken interessieren.

Das auf dem "Zukunftskongress" vorgestellte Papier": Kirche im 21. Jahrhundert beinhaltet diesbezüglich viele Vorschläge. Einige sind sehr interessant und lassen sich sich wie Parallelen zu einigen Grundprinzipien des II. Vatikanums verstehen. Ganz deutlich wird das z. B. an jenen Stellen, die sich auf die Erneuerung der evangelischen Liturgie beziehen.

Zum Thema Zukunft der EKD hier ein Interview (mit Lokalkolorit), das ich im Auftrag einer Ortsgemeinde mit Herrn Dekan Jens Böhm (Ev. Kirche Hessen Nassau, Dekanat Mainz) geführt habe.

14 März 2007

Frühlingsboten



09 März 2007

Die Äußerungen einiger deutscher Bischöfe während ihrer Reise ins Heilige Land haben in Israel Unmut hervorgerufen. Die Antwort des Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Lehman, war deshalb sehr wichtig. Niemand darf die Absicht haben, die Mauern der jüdischen Ghettos mit irgendeiner Einrichtung der Gegenwart zu vergleichen.

Die offizielle Klarstellung war aber darüber hinaus auch aus einem anderen Grund von Bedeutung. Richtig war in ihr das Festhalten an der unbezweifelbaren Tatsache des Leidens, welches der palästinensischen Zivilbevölkerung widerfährt.

Israel verteidigt das beanspruchte und ihm prinzipiell zugesprochene Recht, als Staat in eigenen Grenzen und im Frieden existieren zu dürfen. Die errichtete innerisraelische Mauer wird in dem Zusammenhang und in der Überzeugung ihrer Erbauer als das legitime Mittel im palästinensisch-israelischen Kräftemessen angesehen.

Nun ist es so, dass in der Tat der Anblick einer von Soldaten bewachten Umzäunung, die Existenzen trennt, erschreckend wirken kann. Eine solche Geschichte erzählt sehr eindrucksvoll der Film 'Die syrische Braut' von Eran Riklis. Und eben solches - sehr persönliches - Empfinden haben die einzelnen Vertreter der katholischen Kirche aus Deutschland in Worte gekleidet.

Eine Mauer ist, psychologisch gedeutet, immer die Manifestation von Hilflosigkeit. Wenn andere Verteidigungs- oder Sicherheitsmechanismem versagen, wird sie zum Mittel der Abgrenzung. Dass sie aber nicht nur Hilflosigkeit bedeutet, sondern ihrerseits eine solche auch verursacht, liegt auf der Hand.

Mit dem Zeitpunkt der Errichtung der überwindbaren Barriere endet die Kommunikation zwischen den Parteien. Eine Mauer ist da, um zu trennen. Sie trägt die Botschaft: 'Ich will mit dir nichts zu tun haben.' Den 'Ausgegrenzten' bleibt da nur die unechte Wahl, diese Situation zu akzeptieren, oder sie so nicht hinzunehmen.

Die politische Situation in Israel wird mit den Vokabeln 'verworren' und 'kompliziert' nur ungenügend und laienhaft beschrieben. Es ist das historische Erbe der Region, das man genau betrachten muss, um die Sachlage zu verstehen. Psychologische, oder psychologisierende Erklärungen helfen in der Sache nicht weiter. Aber sie können helfen, den Kern des gegenwärtigen Stillstands herauszuschälen.

Wenn zwei das Gleiche wollen und keiner von Beiden bereit ist zu teilen, gibt es keine andere Lösung als Trennung oder Kampf. Tertium nun datur, bei der bestehenden Konstellation und den politischen Ansprüchen gibt es keinen dritten Weg.

Wird die Anordnung aber ein wenig verändert, ergibt sich vielleicht ein Ausweg, denn sobald man nach den Gründen des Unfriedens im Heiligen Land fragt, kommt man nicht umhin, sie in der religiösen Auslegung der jeweils geglaubten Offenbarung zu suchen.

Das, was die Sachlage so schwierig macht, deutet zugleich auf die einzige Lösung hin. Die Religionen können in diesem Fall etwas leisten, was die Politik nicht imstande ist zu erreichen. Dafür müssen sie sich allerdings an den eigenen Ansprüchen messen lassen.

Im Psalm 18 heißt es dazu sinngemäß: mit meinem Gott kann ich über die Mauer springen…
(Ps. 18, 30)

04 März 2007

in principio et nunc et semper et in saecula saeculorum

... und der Geist Gottes schwebte über dem Wasser ...

26 Februar 2007

Christliche Motive bewegen noch?


Neulich gesehen... dieses eingefügte Bild am linken Rand verstehen wohl nicht nur Katholiken? Woher sich diese Anspielung speist, dürfte auch jeder noch so durchschnittlicher Kunstkenner erkennen können.

Verwunderlich ist trotzdem. Dass die Werbemacher religiöse Motive einsetzen hatte ich in der Weihnachtszeit beobachtet und häufig thematisiert. Ich dachte aber eigentlich, das wird auf jene Jahreszeit beschränkt bleiben. Und nun das: für einen Krimi wird ein Foto inszeniert, das sich typologisch unzweideutig auf Maria und das Jesus-Kind beziehen läßt.

Soll das uns Christen nun freuen? Oder sollten wir ob der vollendeten Säkularisierung verzweifeln?

Es sollte uns zunächst mal klar werden, dass die Erkennbarkeit der religiösen Symbolik in der Bevölkerung offensichtlich (!) noch nicht verschwunden ist. Jedoch sollten wir uns ihr Reichtum nicht einfach für Themen wie "Mutterherz schlägt Täterfaust" wegnehmen lassen.

Wenn angenommen werden kann, dass sich Menschen durch die Darstellung der liebenden Ur-Beziehung einer Mutter zu ihrem Kind, für einen Krimi gewinnen lassen, warum sollten dann auch wir nicht annehmen, dass sich mit diesem und noch vielen anderen christlichen Motiven auf die Wahrheit hinweisen läßt, die in ihnen ausgedrückt wird?

07 Februar 2007

Die Doktoren mit den roten Nasen


Das Bild ist eine Einladung auf meine (sehr unvollkommene) HP, dort mein Artikel über die Besuche der Clowns im Krankenhaus.
Danke für das Daumendrücken...

Das waren die Prüfungsfragen:

Skizzieren Sie das Leitbild der Geimeinde nach den Dokumenten des II. Vatikanums ...
... diskutieren Sie über die Grundfunktionen der Gemeinde ...
... was ist ein Ritual?...
... warum wird das II. Vatikanische Konzil "pastoral" genannt? ...

06 Februar 2007


Heute Prüfung...

Bei ihm...
Bitte Daumen drücken...

29 Januar 2007

Integration und Auschwitz, 2002


Wie seltsam anmutend ist das um die Jahreszeit noch frisch wirkende Grass in dieser Vertiefung…

Daneben eine Informationstafel und ein Bild: „Häftlinge beim Ausheben eines Entwässerungsgrabens, 1943“.

Zwischen damals und heute liegen 59 Jahre. Auf der sich verschiebenden Zeitachse blieb nun als Erinnerung dieser Eindruck in der Erdoberfläche. Der Graben, an dem HEUTE die Natur ihre Herrschaft wiedererlangte, ist GESTERN entstanden. Er zeugt vom Bruchteil der Lebens- und Leidensgeschichte bestimmter, real existierenden Menschen. Auf der vergrößerten Fotografie daneben sind ihre Gesichter und die ihrer Bewacher nur undeutlich zu erkennen.

Nicht weit von hier entfernt erledigen einige Arbeiter die nötigen Restaurierungsarbeiten. Selten nur, und absolut ganz selten auf solch eindrückliche Weise, wird die Gegenwart von der Vergangenheit berührt.

Das lateinische Wort integrare bedeutet wiederaufnehmen. Dabei kann in dieser Bedeutung ein Krieg aber auch ein Gesang wieder aufgenommen werden; eine andere Bedeutung dieses Wortes ist: etwas geistig auffrischen.

Der übrig gebliebene Graben – vom Todestor aus gesehen rechts gelegen, unweit der ersten Baracken – macht an diesem heute so stillen Ort beide Bedeutungen möglich. Und vielleicht genau in dem Grün des damals ausgehobenen Hohlraums, des winzigen Ausschnitts der Tötungsmaschinerie finde ich ein Deutungshinweis: eine stumme und doch wahrnehmbare Botschaft.

Verstehen und aussprechen kann sie allerdings nur der Mensch. Nur er, das einzige sprechende Lebewesen kann bewirken, dass die Menschheit auf ihrem Weg die Orientierung nicht verliert, auf dem Weg, der sie von der Vergangenheit über die Gegenwart in die Zukunft führt.

Oswiecim/Auschwitz Oktober 2002

25 Januar 2007

Mt 11 28


Ps 113 2

Von Prüfugsvorbereitungen vereinnahmt, bleibt mir mir momentan kaum Zeit, um zu posten.

Als Lebenszeichen daher die Bilder...

23 Januar 2007

Lobe den Herrn, meine Seele...


08 Januar 2007

tram

Mit ihrer rechten Hand umfasste sie fest den Griff auf der linken Seite des Sitzes, mit ihrer linken hielt sie sich an ihrer Handtasche fest. Die Straßenbahn fuhr schnell im unebenen Gleisbett und die Fahrgäste schaukelten und schunkelten unfreiwillig hin und her im immer gleichen Takt, zur summenden Melodie der Elektromotoren.

Neben ihr saß ein Mann, ihr Mann, beide in graumelierten Mänteln der Hochbetagten. Tiefe Furchen gezeichneter Gesichter, wie die Skizze einer Landkarte, die Lebenswege in dauerhafter Erinnerung festhielt und die Augen, die starr aus dem Fenster auf die vorbeiziehenden Ausschnitte der Stadtlandschaft schauten, ohne sie zu sehen.

Manchmal ein Wort aus ihrem Mund, vor sich hin gesprochen, und doch für sein Ohr bestimmt, dann wieder Schweigen. Er verstand sie gut, eine Antwort war in seinem Schweigen, das sie verstand.

Man hat das Paar nicht beachtet, es gibt so viele davon: Leben, die paarweise das Leben durchwandern, schwer beladen mit unsichtbarer, hundertjähriger Erinnerung an Großeltern, Eltern, Kinder, Enkel...

Und im Mittel- und Schnittpunkt sie beide.

An der Haltestelle, an der niemand aussteigen wollte, verließen sie die Bahn und verschwanden im Dunkel des winterlichen Abends.

02 Januar 2007

Sonne der Gerechtigkeit

Gegen Ende des Jahres 2006 hat uns die Nachricht von der Hinrichtung eines ehemaligen (in der 1. Welt auch als Diktator bezeichneten) Staatschefs erreicht. Die Aufnahmen, die die letzten Minuten seines Lebens festhalten, sind nun in der ganzen Welt bekannt.

Nur eine kurze Zeit später hat sich ein anderer, gegenwärtig noch amtierender Staatschef (auch als der führende Vertreter des so genannten Bushismus identifizierbar) zu der - noch vor Sonnenaufgang durchgeführten Exekution - geäußert. Er hat in der erfolgten Tat (der so genannten Urteilsvollstreckung) einen Meilenstein auf dem Weg des demokratischen Aufbaus des Landes gesichtet.

In der Vorstellungswelt dieses Staatschefs wurde wohl an jenem Zeit-Punkt das Volk, das früher von dem nun hingerichteten Staatschef regiert wurde und solange im Dunkeln wandelte, von den Strahlen der Sonne der Gerechtigkeit erleuchtet.

Diese zwei geschichtlichen, also realen Ereignisse, die Hinrichtung und ihre verbale Interpretation, haben zu einer Zeit stattgefunden, in der die christliche Welt Weihnachten feiert. Die Christen begehen da aber nichts anderes als die Geburt von Jesus, der von ihnen auch Kyrios oder Herr genannt wird, was inhaltlich durchaus mehr als Staatschef bedeutet und mit der Bezeichnung Herrscher ziemlich genau den Anspruch des neugeborenen Knaben beschreibt. Zugleich gilt er ihnen als die „wahre Sonne der Gerechtigkeit“ (Mal 3,20).

Die Feiern der Geburt von Jesus werden im Monat Dezember um die Wintersonnenwende begangen. Die Tage werden von da nun wieder langsam länger, die Sonne gewinnt die Oberhand und vertreibt allmählich die Dunkelheit. Interessant ist in dem Zusammenhang die Hypothese, das Fest der Geburt Christi, hätte das heidnische Fest des „sol invictus“, des unbesiegten Sonnengottes verdrängt, das in der antiken römischen Welt am selben Tag, dem 25. Dezember, begangen wurde.

Ich möchte an dieser Stelle zwar nicht für die Wahrheit der These eintreten, finde aber den Inhalt einer solchen Interpretation absolut wahr. In Lichte dieser Interpretation erscheinen beide beschriebenen Ereignisse für Christen nicht hinnehmbar. Das Neugeborene (auch als das inkarnierte Wort Gottes bekannt) kam nicht in die Welt, um zu töten, sondern um alle Menschen am Leben zu erhalten, ja um ihnen ein neues Leben zu schenken.

Das Leben ist und bleibt die größte Gabe und dessen irdische Dimension das Symbol des ewigen Lebens. Niemals darf das Töten (oder anders gesprochen: das Weg-Nehmen) von Menschenleben den Beginn einer besseren Zukunft markieren, oder als das Aufscheinen der Sonne der Gerechtigkeit gesehen werden.

Die wahre Sonne der Gerechtigkeit erleuchtet, wärmt, gibt und schützt das Leben. Die christliche Lösung ist nicht das Töten, sondern die Sühne. Sie ist der christliche Weg (und Ausweg zugleich).

24 Dezember 2006

emmanu 'el

Heute bei einem Gottesdienst mit Krippenspiel gewesen, bei dem die Frohe Botschaft, die einst über den Hirtenfeldern um Bethlehem ertönte, nach allen Regeln der gemeindepastoralen Un-Kunst ausgeschlachtet wurde.

Dass die Gute Nachricht trotzdem glaubhaft erklang, war vor allem der bekannten Begabung der Kinder zur Schauspielkunst zu verdanken, mit der sie die Kernaussagen des Weihnachtsfestes ungezwungen und wie Selbstverständlichkeiten präsentierten.

Hinter dem Tun der jüngsten Gemeindemitglieder konnte man unschwer das Bemühen der Erwachsenen erkennen, an der überlieferten Wahrheit festhalten zu wollen. Das Weiterführen der religiösen Tradition, ja sogar ihr Wachsen selbst, kann man wohl in der modernen Welt nur selten mit eigenen Augen und auf eine ähnlich eindrucksvolle Weise beobachten.

Die meisten gottesdienstlichen Texte, von Erwachsenen vorgetragen, wurden allerdings sehr lieblos behandelt und unter ihrem wahren Wert verkündet. Vieles (die Musik, das „fröhliche“ Singen, die Gesten und die Körperhaltung) galt dem Äußeren, das Verborgene blieb verborgen; gefeiert wurde die Tradition und die weihnachtliche Stimmung.

Die Perlen blieben aber trotz allem, was sie waren, heute noch sind und immer sein werden: Perlen. Die Leuchtkraft der Sätze wie:

„In jenen Tagen erließ Kaiser Augustus den Befehl...“
oder
„... Und sie gebar ihren Sohn, den Erstgeborenen. Sie wickelte ihn in Windeln und legte ihn in eine Krippe, weil in der Herberge kein Platz für sie war...''

ließ sich auch durch noch so grobe, menschliche Unzulänglichkeit nicht mindern und schon gar nicht verdecken.

Wir alle sind nur mittelmäßige Arbeiter im Weinberg des Herrn (man könnte uns auch synonym als Sünder bezeichnen) und es ist gut, dass wir uns heute vergegenwärtigen dürfen:

„uns ist der Retter geboren, er ist der Messias, der Herr„ (Lk, 2,11).

21 Dezember 2006

Dank

"..Manche Blogs im WWW sind für den einen oder anderen User schon genau so zur Pflichtlektüre geworden, wie die Tageszeitung. Was manche Blogger da zum Besten geben, kann sich durchaus mit der flinken und spitzen Feder eines Spiegel-, Bild- oder FAZ-Reporters messen aber mit dem Unterschied, dass die Blogger und Logger nicht für Geld, sondern für sich und andere schreiben. Jeder ist sein eigener Chefredakteur und bestimmt damit das Geschehen auf seiner Seite..."

Vielen Dank für die freundliche Erwähnung.

Stimmung und Sehnsucht

Ich war heute wieder mal der Antwort auf der Spur, warum wir die Adventszeit zu einer ''Weihnachtszeit'' umgestaltet und überhaupt zu dem gemacht haben, was sie heute ist.

Naldo, der brasilianische Spieler von Werder Bremen, sagte indirekt zu diesem Thema (sinngemäß und der FAZ vom 19.12 zufolge), dass er die "Weihnachtszeit" in Deutschland wegen ihrer besonderen Stimmung schätzt, die so oder in ähnlicher Weise in seiner Heimat, unter anderem wegen der sommerlichen Temperaturen, nicht aufkommen will.

Damit hat mir der Fußballer mit einem Paß aus der Tiefe des Raumes das Stichwort serviert, das ich hier gerne aufgreife: ''Stimmung''. Es ist wohl so, dass wir an der "Weihnachtszeit" am meisten ihre einmalige Stimmung genießen.

Beim Spaziergang am Abend sah ich tatsächlich einige geschmückte Fenster mehr als noch am Vortag. Die Lichterketten in weiß, rot, grün oder blau, auch von Türrahmen oder sogar von Bäumen und Sträuchern getragen, strahlten eine angenehme Wärme aus.

Der Kontrast zwischen einerseits der immer mehr erkaltenden Ebene der zwischenmenschlichen Beziehungen und anderseits dem Versprechen, die ersehnte Wärme und Geborgenheit in der familiären Umgebung zu finden, könnte kaum besser symbolisiert werden, als durch diese Wärme, mit der die beleuchteten Fenstern erstrahlen.

Durch ihr bloßes Leuchten widersetzten sie sich der Dunkelheit. Wie eine hoffnungsvolle Zusage ergoß sich aus den hellen Vierecken das Licht, als könnte es nicht nur Nacht, sondern auch die winterlichen Temperaturen besiegen.

Die Menschen feiern die Geburt des Königs des Lichts nicht mehr, aber sie tragen in sich noch immer die Sehnsucht nach Wärme, Geborgenheit und Liebe.